Grading
Grading ist die professionelle Zustandsbewertung eines Comics. Ein graded Comic wird in einer versiegelten Plastikbox geliefert und ist langfristig schwerer zu beschädigen – aber teurer.
Die 10-Punkt-Skala
Standard seit den 1990ern, von 0.5 (Coverless) bis 10.0 (Gem Mint). Wichtige Stufen:
- 10.0 Gem Mint — praktisch fabrikneu, extrem selten bei alten Comics.
- 9.8 Near Mint+ — fast perfekt, minimale Druckdefekte erlaubt.
- 9.4 Near Mint — sehr gut, kleine Defekte.
- 8.0 Very Fine — gut erkennbarer Sammlerwert.
- 6.0 Fine — solide, aber sichtbare Gebrauchsspuren.
- 4.0 Very Good — Defekte deutlich sichtbar.
- 2.0 Good — durchgewälzt, aber komplett.
- 1.0 Fair — wesentliche Defekte, Risse, Verfärbungen.
CGC – die größte Grading-Firma
Certified Guaranty Company (USA, seit 2000). Standard im englischsprachigen Markt. Zustand wird begutachtet, das Heft in eine versiegelte Plastikhülle (»Slab«) gefasst. Etwa 30–80 $ pro Heft, je nach Wert und Lieferdauer.
CBCS – die Alternative
Comic Book Certification Service (USA, seit 2014). Gegründet von ehemaligen CGC-Gradern. Vergleichbare Qualität, etwas günstiger. Im US-Markt zunehmend etabliert.
Lohnt sich Grading?
Bei Heften ab etwa 200 € Wert ja. Ein gegradeter Comic mit Note 9.4+ verkauft sich deutlich besser als ein ungeprüfter — Käufer wissen, was sie bekommen. Bei Heften unter 100 € rechnen sich die Gradingkosten meist nicht.
Pressing
Vor dem Grading lassen viele Sammler Hefte »pressen« — kleine Knicke werden mit Hitze und Druck herausgearbeitet. Erhöht oft die Note um 0.5 bis 1.0 Stufen. Ethisch in der Sammlerszene umstritten, in den USA legitim.
Häufige Fragen
- Was kostet Grading?
Bei CGC und CBCS zwischen 30 und 100 $ pro Heft, je nach Wert und Bearbeitungsdauer. Hinzu kommen Versandkosten und ggf. Pressing.